Turnierordnung
des Deutschen Blinden- und Sehbehinderten-Schachbundes e. V. (DBSB)

 

beschlossen von der außerordentlichen Delegiertenversammlung am 08.12.1990, geändert durch Beschluss der außerordentlichen Delegiertenversammlung am 20.05.2012, zuletzt geändert durch Beschluss der ordentlichen Delegiertenversammlung am 28.08.2013, zuletzt durch Beschluss der außerordentlichen Delegiertenversammlung am 06.06.2016.

Erster Abschnitt

Allgemeine Bestimmungen

§ 1 Spielbedingungen

(1)   Die Spielregeln des Weltschachbundes (FIDE) mit den Zusatzregeln für das Turnierschach zwischen Sehenden und Blinden (Zweibrettspiel), siehe Anhang, sind Bestandteil dieser Turnierordnung. Sie sind grundsätzlich dann anzuwenden, wenn diese Turnierordnung nichts anderes vorsieht.

(2)   Bei allen Turnieren des DBSB hat jeder sehbehinderte Teilnehmer mit einem  

     Blindenschachbrett zu spielen.

       (3) Bei allen Turnieren müssen die Partien am Schachbrett entschieden werden.

(4)Bei Turnieren, die vom DBSB ausgerichtet werden, gilt ein allgemeines  

     Rauchverbot.

       (5)Der Betrieb von Mobiltelefonen ist im Turnierbereich nicht gestattet. Der  

           Verstoß gegen diese Regelung wird mit einer Buße von 10 Euro zugunsten  

           der DBSB-Kasse geahndet.

       (6) Karenzzeit: Wer nicht spätestens 15 Minuten nach dem offiziell angesetzten  

            Spielbeginn im Spielraum ist, hat seine Partie verloren.

 

§ 2 Bedenkzeit   

            Die Bedenkzeit wird durch die Turnierausschreibung geregelt.

§ 3 Wertung bei Punktgleichheit

(1)   Bei Punktgleichheit wird in einem Rundenturnier nach dem System

     Sonneborn-Berger (einfache Wertung) gewertet. Lässt sich danach kein   

     Unterschied ermitteln, entscheidet die Mehrzahl der gewonnenen Partien;   

     danach wird die verfeinerte Wertung des Systems Sonneborn-Berger

    angewendet. Besteht auch dann Gleichheit, entscheidet das Los.

(2)   In einem Turnier nach Schweizer System ist die Buchholz-Wertung

     (einfache  bzw. verfeinerte Wertung) anzuwenden. Besteht auch nach  

     Anwendung dieses Wertungssystems Punktgleichheit, entscheidet die  

     Mehrzahl der gewonnenen Partien. Lässt sich auch dann kein Unterschied

    ermitteln, entscheidet das Los.

§ 4 Turnierleiter, Schiedsrichter

       (1) Die Organisation obliegt dem für das Turnier verantwortlichen Turnierleiter.

       (2) Für alle Turniere ist vom Ausrichter ein Schiedsrichter zu benennen.

§ 5 Turnierausschuss

       (1) Vor jedem Turnier wird aus dem Kreis der Turnierteilnehmer ein

            Turnierausschuss gewählt. Er besteht aus drei Personen und zwei  

            Stellvertretern. Der Turnierausschuss hat folgende Aufgaben:

a)     Die für das anstehende Turnier verbindliche Auslegung der Regeln

b)     Die endgültige Entscheidung über Streitfälle

       (2) Im Fall a) sind Mitglieder und Stellvertreter beteiligt. Im Fall b) wird ein

            Stellvertreter nur tätig, wenn ein Mitglied am Streitfall beteiligt ist.

§ 6 Regelkommission

Zur Klärung grundsätzlicher Fragen der Regelauslegung wird von der Delegiertenversammlung eine Kommission für einen Zeitraum von vier Jahren eingesetzt. Sie besteht aus drei fachkundigen Personen.

§ 7 Proteste

Proteste haben keine aufschiebende Wirkung. Nach Beendigung eines Turniers kann kein Protest mehr eingelegt werden.

Zweiter Abschnitt

Spielberechtigung und Spielbetrieb

§ 8 Turniere des DBSB

Der DBSB veranstaltet regelmäßig folgende Turniere:

a) Bundeseinzelmeisterschaft

b) Bezirksmeisterschaften

c) Jugendmeisterschaft

d) Damenmeisterschaft

e) Seniorenmeisterschaft

f) Internationale Offene Deutsche Meisterschaft

g) Schnellschach-Meisterschaft

h)Mannschaftsmeisterschaft

i) Fernschachmeisterschaft

§ 9 Spielbezirke

Das Bundesgebiet gliedert sich in folgende Spielbezirke:

1. Nordost:

Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein

2. West:

Nordrhein-Westfalen

3. Südwest:

Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

4. Süd:

Bayern, Sachsen und Thüringen
 

§ 10 Spielberechtigung

(1)   Für die Turniere des DBSB sind die ordentlichen Mitglieder spielberechtigt,

     sofern diese Turnierordnung nichts anderes bestimmt.

(2)   Richtet sich ein Turnier nur an einen eingeschränkten Personenkreis

     (wie z. B. Senioren, Jugendliche oder Damen) oder  soll die Turnierteilnahme

     auch Personen offen stehen, die nicht ordentliches Mitglied sind, so ist dies in

    der jeweiligen Turnierausschreibung bekanntzugeben.

§ 11 Bundeseinzelmeisterschaft

(1)   Die Bundeseinzelmeisterschaft wird in den Jahren mit ungerader Endziffer

     ausgetragen.

       (2) Teilnahmeberechtigt sind alle ordentlichen Mitglieder des DBSB.

       (3): Die Bundeseinzelmeisterschaft wird in sieben Runden ausgetragen. Der

              Austragungsmodus richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmer.

(3)   Der bestplatzierte deutsche Spieler erhält den Titel „Deutscher Meister,

     erworben bei der Bundeseinzelmeisterschaft des DBSB JJJJ“.

§ 12 Bezirksmeisterschaften

Die Bezirksmeisterschaften werden in den Jahren mit gerader Endziffer von den Bezirken eigenverantwortlich durchgeführt.

§ 13 Jugendmeisterschaft

(1)   Die Jugendmeisterschaft wird in den Jahren mit gerader Endziffer

      ausgetragen.

(2)   Teilnahmeberechtigt sind Schüler und Jugendliche, die zu Beginn des

     jeweiligen Kalenderjahres das zwanzigste Lebensjahr noch nicht vollendet

     haben.

(3)   Der Austragungsmodus richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmer. Sollten

     weniger als sechs Meldungen vorliegen, wird die Meisterschaft nicht

     ausgetragen.

(4)   Der bestplatzierte deutsche Spieler erhält den Titel „Deutscher Meister,

     erworben bei der Jugendmeisterschaft des DBSB JJJJ“.

§ 14 Damenmeisterschaft

(1)   Die Damenmeisterschaft wird in den Jahren mit gerader Endziffer

     ausgetragen.

(2)   Teilnahmeberechtigt sind alle Damen und Mädchen, die ordentliches Mitglied

     des DBSB sind.

(3)   Der Austragungsmodus richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmerinnen.

     Sollten weniger als sechs Meldungen vorliegen, wird die Meisterschaft nicht

     ausgetragen.

(4)   Die bestplatzierte deutsche Spielerin erhält den Titel „Deutsche Meisterin,

     erworben bei der Damenmeisterschaft des DBSB JJJJ“.

§ 15 Seniorenmeisterschaft

       (1) Die Seniorenmeisterschaft wird jährlich ausgetragen.

(2)   Teilnahmeberechtigt sind alle ordentlichen Mitglieder des DBSB, die im

     Austragungsjahr mindestens das 60. Lebensjahr vollenden.

(3)   Der Austragungsmodus richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmer. Sollten

     weniger als sechs Meldungen vorliegen, wird die Meisterschaft nicht

     ausgetragen.

(4)   Der bestplatzierte deutsche Spieler erhält den Titel „Deutscher Meister,

     erworben bei der Seniorenmeisterschaft des DBSB JJJJ“.

§ 16 Internationale Offene Deutsche Meisterschaft

(1)   Die Internationale Offene Deutsche Meisterschaft wird in den Jahren mit

     gerader Endziffer ausgetragen.

(2)   Spieler anderer Mitgliedsorganisationen der IBCA (Gastspieler) sind

     zugelassen.

(3)   Der Austragungsmodus richtet sich nach der Anzahl der Teilnehmer. Sollten

     weniger als sechs Meldungen vorliegen, wird die Meisterschaft nicht

     ausgetragen.

(4)   Der Sieger dieses Turniers erhält den Titel „Internationaler Deutscher

     Meister, erworben bei der Internationalen Offenen Deutschen Meisterschaft

     des DBSB JJJJ".

§ 17 Deutsche Blinden-Schnellschach-Meisterschaft

(1)   Die Schnellschachmeisterschaft wird jährlich an einen Ausrichter-Bewerber

     vergeben. In den Jahren mit ungerader Endziffer soll die  

     Schnellschachmeisterschaft allerdings direkt nach der

     Mannschaftsmeisterschaft am selben Ort stattfinden.

       (2) Die Bedenkzeit beträgt mindestens 15 Minuten pro Partie und Spieler.

(2)   Der bestplatzierte deutsche Spieler erhält den Titel „Deutscher Meister,

     erworben bei der Schnellschach-Meisterschaft des DBSB JJJJ“.

§ 18 Mannschaftsmeisterschaft

(1)Die Mannschaftsmeisterschaft wird in fünf Runden in Jahren mit ungerader

    Endziffer ausgetragen. Der Austragungsmodus richtet sich nach der Anzahl  

    der teilnehmenden Mannschaften.

      (2)Eine Mannschaft besteht aus vier Stamm- und bis zu zwei Ersatzspielern. Sie  

           gilt als angetreten, wenn mindestens drei Spieler erschienen sind. Nehmen

           Stammspieler an einem Kampf nicht teil, so rücken die nachfolgenden Spieler

           auf.

(3)Jeder Verein / jede Spielgemeinschaft kann mit einer oder zwei Mannschaften

    teilnehmen. Zur Anmeldung reicht der Verein  / die Spielgemeinschaft vier

    Wochen vor Turnierbeginn eine alphabetische Namensliste seiner Spieler an

    den Spielleiter des DBSB ein.

      (4)Modus und Wertung legt die Spielerbesprechung

          (Spielersitzung vor dem Turnier) vor der ersten Runde fest.

      (5)Der Sieger erhält den Titel "Deutscher Meister, erworben bei der

     Mannschafts-Meisterschaft des DBSB JJJJ“.

§ 19 Deutsche Fernschachmeisterschaft

Siehe hierzu die Fernschachturnierordnung